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. Marcovinicio

MARCOVINICIO, in denen die schöne, chromatische Materie seiner Malerei mit dem Schwarz der Kohle ein Gerinsel bildet, indem die gezeichneten Verirrungen die Piste einer Reise werden; sie schenken uns eine Nichtkorrumpierbarkeit des Papiers, das sie enthält. Für Marcovinicio sind die Zeichnungen nicht das "Zuerst", und die Malerei nicht das "Danach"; in seinem Fall ist es undenkbar, eine Beziehung mit den abwechselnden Realitäten zu haben, weil in beiden ein unterschiedliches Stadium von Bewußtsein besteht; in der Malerei besteht das Ethische und "Politische", die man einsam und im Gegensatz einer täuschenden Gegenwärtigkeit sieht, und die Tag für Tag in der Oberfläche ertrinken. In der Zeichnung wird seine Geste heilig, und die Ruhe, die sich darin verschließt, ist die zeitlose Ruhe, die nur die Narren und die großen Einsamen gehört haben und es fertigbrachten, sie uns zu geben. In diesen Zeichnungen ist ein anderes Element enthalten, das sie intensiv und respektabel erscheinen läßt; und das ist die Verbindung mit Giovanni Segantini - der edle und strenge Vater des 20.Jahrhunderts. Mehr als eine rhetorische Huldigung für den Künstler - der Augen und Herz für alle gab und mit der Vergessenheit belohnt wurde - es ist eine Art wohlgemeinter Ritus, ein Geschenk von Gaben an eine große Seele. Es ist eine bescheidene Geste, heroisch, human, die besonders in dem Raum, wo diese Zeichnungen vereint sind, noch wahrer wird. Im Jahre 1899, am Ende eines qualvollen und ruhmreichen Jahrhunderts, das mit dem Klassizismus abschloß und mit dem unruhigen Optimismus anfing, starb Segantini. Hundert Jahre danach, am Ende eines Jahrhunderts, das für die Sicherheit des Unbekannten steht, stellt Marcovinicio in der Chiesa Bianca di Maloja - wo zum letzten Mal die tote Beute des großen Einsamen der Berge ausgestellt wurde - eine Serie von großdimensionalen Werken aus. Als wolle er einen idealen und nie unterbrochenen Dialog mit Segantini führen. Die Reliquien und Selbstporträts, Weihgeschenke und ruhende Fahnen, pfählerne Altäre und weltliche Ikonen von einem starken Künstler, der wie seine schwarzen und zeitlosen Berge keine Nostalgie der Vergangenheit kennt. Er hat keine Scheu vor der Zukunft.

 

Katalogtextauszug von Michele Bonuomo, Marcovinicio in Chiesa Bianca-Maloja, 1999