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Giovanni Rizzoli

Der "Tondo" als Halbrund über der geometrischen Grundform des Kreises bedeutet als Bild die Totalität des Kosmos, als Form für die Skulptur und Malerei Giovanni Rizzolis steht er für die Ruhe, die zentrierte Selbstbezogenheit des alle Natur umfassende Universums. Er ist weich wie ein Organismus, wie als Haut mit ebenso wertvoller wie empfindlicher venezianischer Seide überspannt. Die Infusion ist für Giovanni Rizzoli ein Mittel "objektiver Malerei", ohne Pinsel, ohne subjektiven Duktus. Der Künstler löst den Fluß nur aus, danach geschieht Malen wie von selbst, wird imaginäre Landschaft oder imaginäre Öffnung ohne abbildende und gestaltende Absicht. Aber da überschreitet der Vorstellungswille schon den grundlegenden Anspruch des Künstlers, Malerei selbst als Realität geschehen zu lassen, ohne daß sie abbildlich Realität repräsentiere. Die Malerei ist das, was passiert. Bedeutung ergibt sich, wenn die unmittelbare Bildgegenständlichkeit und das Bildgeschehen zur Metapher werden für menschliche Existenz und die damit verbundenen Empfindungen. Für den Künstler verkörpert diese Situation Passivität, ein Schicksal akzeptieren müssen, ausgesetzt sein, Machtlosigkeit, Verletzung und Fremdbestimmung.

 

Text: Werner Meyer, Giovanni Rizzoli, Katalog Städtische Galerie Göppingen 1996